Nach Jahren mit einer überschaubaren Zahl an Winterdienst-Tagen in Wuppertal zeigt sich der Winter 2026 gerade auch im Bergischen Land bislang von seiner robusten Seite. Das zeigt sich auch bei den aktuellen Zahlen des ESW (Eigenbetrieb Straßenreinigung Wuppertal): So wurden seit dem Jahreswechsel 2025/26 bislang gut 2.850 Tonnen Streusalz im Wuppertaler Stadtgebiet eingesetzt, um für die Verkehrssicherheit auf Straßen und Gehwegen zu sorgen. Mit Stand vom 13. Februar 2026 sind bisher 79 Winterdienst-Tage zusammengekommen. Zum Vergleich: Im Winter 2024/25 waren die Teams insgesamt 71 Tage im Einsatz und haben seinerzeit rund 2.000 Tonnen Streusalz verbraucht.
„In der aktuellen Zwischenbilanz zeigt sich, wie wichtig eine intensive Vorbereitung auf die jeweilige Winterdienst-Saison ist“, sagt Sascha Grabowski als ESW-Betriebsleiter und AWG-Geschäftsführer. „Auch in diesem Jahr setzen unsere Kolleginnen und Kollegen in den Räum- und Streufahrzeugen wie auch zu Fuß alles daran, bestmöglich für die Sicherheit auf den Straßen und Wegen in unserer Zuständigkeit zu sorgen.“ Dabei können die Teams auf ein nach wie vor gut gefülltes Salzlager beim ESW am Klingelholl und bei der AWG auf Korzert zurückgreifen. An den beiden Standorten liegen aktuell gut 4.000 Tonnen Streusalz. Vertraglich ist sicher geregelt, dass der Bestand immer wieder aufgefüllt wird.
Dass der Winterdienst je nach Wetterlage und Einsatzgebiet in Wuppertal mit seinen Steigungsstrecken auch mit Risiken verbunden ist, hat sich am 3. Januar 2026 gezeigt, als ein ESW-Fahrzeug auf der Straße Buschenburg in Langerfeld von der Fahrbahn abgekommen, an einem Abhang umgekippt und abgerutscht ist. „Glücklicherweise geht es unserem verunglückten Kollegen inzwischen wieder gut. An der Unfallstelle hat die Anwohnerschaft während des Bergungseinsatzes Unterstützung mit Kaffee und einem Platz zum Aufwärmen angeboten, wofür wir sehr dankbar sind“, sagt Lukas Kwiotek, ESW-Abteilungsleiter Straßenreinigung und Winterdienst: „So etwas steht ja auch für Wertschätzung für unsere Teams, die draußen bei Wind und Wetter unterwegs sind.“
>>Bei Winterdienst-Feedbacks wird bestmöglich nachgesteuert
Dass es auch in diesem Winter immer mal wieder Rückfragen aus den Stadtteilen und kritische Feedbacks zum Winterdienst vor der eigenen Haustür gibt, sieht der ESW als Gelegenheit, Einsätze kontinuierlich zu überprüfen und gegebenenfalls schnellstmöglich nachzusteuern. „Bei einem so großen und topografisch anspruchsvollen Stadtgebiet – wie auch beim Blick auf die Prioritätenliste für unsere Einsatzplanung – kann es auf nachgeordneten Verkehrswegen dauern, bis wir auch dorthin kommen“, erklärt Lukas Kwiotek und ergänzt: „Je nach Wetterlage braucht es Zeit, bis alle Routen abgearbeitet sind: Bei massivem Schneefall und extremer Glätte gibt es auch Tage, an denen wir uns nur um die wichtigsten und am stärksten genutzten Verkehrswege in Wuppertal kümmern können.“
Dann sind alle verfügbaren Winterdienstkräfte stadtweit im Einsatz – in Form von insgesamt 400 Kräften und gut 60 Streu-, Räum und Einsatzfahrzeugen, die ab 3.30 Uhr losfahren, bevor sich die Handkolonnen ab 5.30 Uhr auf den Weg machen. Dabei wird der ESW von Kräften der AWG (Abfallwirtschaftsgesellschaft Wuppertal) wie auch der Stadtressorts Grünflächen und Forsten, Straßen und Verkehr wie auch der Wuppertaler Stadtwerke (WSW) verstärkt. Sascha Grabowski: „Das ist ein bereichsübergreifendes Teamplay, das sich über viele Jahre bewährt hat und das nach jeder Winterdienst-Saison und in der Vorbereitung auf die nächste auch nochmal mit Blick auf Verbesserungspotenziale überprüft wird.“
Die ESW-Betriebsaufsicht hält auch weiterhin die aktuellen Wetterdaten im Blick. Die Einsatzpläne und Rufbereitschaften bleiben bis zum Ende des Winters bedarfsgerecht aufgestellt, um bei Schnee und Eis für sichere Verkehrswege zu sorgen. Und auch der ESW-Werkstattbetrieb am Klingelholl ist als technisches „Rückgrat“ nach wie vor im Winter-Modus und hält für die Fahrzeuge unter anderem Schneeketten bereit. Die Werkstatt-Teams am Klingelholl setzen außerdem alles daran, stark beanspruchte Winterdienst-Fahrzeuge bei technischen Problemen möglichst schnell wieder auf die Straße zu bekommen.
>>Warum die Straßenreinigung bei Winterwetter pausieren muss
Was längst nicht alle Wuppertalerinnen und Wuppertaler wissen: In Winterdienst-Zeiten pausiert die Straßenreinigung. Das liegt naturgemäß nicht nur an Schnee und Eis auf Fahrbahnen und Wegen: Abgesehen davon, dass das Wasser der Kehrmaschinen bei winterlichen Temperaturen in den Maschinen und auf dem Untergrund gefrieren würde, sind derzeit gut 60 ESW-Fahrzeuge, die sonst in der Straßenreinigung zum Einsatz kommen, auf den Winterdienstbetrieb umgerüstet, um streuen und räumen zu können. Lukas Kwiotek: „Damit stellen wir sicher, dass wir möglichst viele PS auf die Straße bringen können, um für die Verkehrssicherheit zu sorgen. Sobald es die Witterung wieder zulässt, schalten wir wieder auf die Straßenreinigung um, wobei die Umrüstung der Fahrzeuge immer auch Zeit braucht.“
So stellt man sich mit Blick auf den Winterdienst 2026 beim ESW wie auch bei der AWG auch in den kommenden Wochen auf Einsätze bei Schnee und Eis ein. Sollte sich dann einmal die Müllabfuhr verschieben, werden die betroffenen Kundinnen und Kunden gebeten, die Tonnen draußen stehen zu lassen, damit im Fall der Fälle reibungslos nachgearbeitet werden kann.